TSV Ehningen Ringen

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DM in Ehningen: Bronze für Michael Widmayer und Daniel Vollmer

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plakat_dm_2012_ohne_zeitplan_rgb.jpgwidmayer-michael-ka-2011.jpgvollmer-daniel-ka-2012.jpg raiser-benjamin-ka.jpgbentz-bastian-ka-2011.jpg Am vergangenen Wochenende war die Ringerabteilung des TSV Ehningen Ausrichter der Deutschen Meisterschaft im griechisch-römischen Stil. Die Titelkämpfe nahmen für die Ehninger einen zuvor nicht für möglich gehaltenen Verlauf. Mit Michael Widmayer und Daniel Vollmer gewannen gleich zwei Ehninger auf sensationelle Weise Bronze. Benjamin Raiser als Fünfter und Bastian Bentz als Elfter komplettierten das tolle Abschneiden des TSV Ehningen. „Aus sportlicher Sicht können wir mit den Leistungen unserer Jungs mehr als zufrieden sein. Dass es so gut laufen würde, hätte ich vor der Meisterschaft nicht erwartet", so der stolze Ehninger Sportwart Magnus Volkmer.

 
Die Deutsche Meisterschaft war aber nicht nur aus sportlicher Sicht ein voller Erfolg. Für die Vorbereitung der Meisterschaft, Ablauforganisation und Hilfsbereitschaft der über 200 Freiwilligen aus den Reihen der Ringerabteilung hagelte es Lob und Anerkennung für die Ehninger. „Die Verantwortlichen des Deutschen Ringer Bundes und der einzelnen Landesorganisationen waren begeistert", zieht Abteilungsleiter Jürgen Paeth ein überaus positives Fazit. Mit dem Aufbau der beiden Hallen des Ehninger Sportzentrums begann der Großeinsatz der Ringerabteilung, der erst mit den letzten Aufräumarbeiten am späten Sonntagnachmittag endete. „Ohne unsere vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hätten wir diese Großveranstaltung nicht stemmen können", so der Dank des Abteilungsleiters.

Die Auslosung beim offiziellen Wiegen am Freitagabend ergab, dass keiner der vier Ehninger Ringer in die Qualifikation musste. Somit standen Benjamin Raiser, Daniel Vollmer und Bastian Bentz bereits im Achtelfinale, Michael Widmayer musste erst im Viertelfinale ins Geschehen eingreifen.

Als erster Ehninger musste Benjamin Raiser im Limit bis 66 Kilogramm auf die Matte und bekam mit Toni Stade aus Thüringen gleich einen zuvor stark eingeschätzten Gegner zugelost. Im ersten Kampfabschnitt noch unterlegen konnte Raiser in der zweiten Runde ausgleichen, um in der entscheidenden dritten Runde seine bessere Ausdauer zum Auftaktsieg zu nutzen. Wenige Minuten später mussten Daniel Vollmer und Bastian Bentz in der mit 27 Athleten stärksten Gewichtsklasse bis 84 Kilogramm parallel zu ihrem Achtelfinalduell antreten. Während Daniel Vollmer mit dem Untergriesbacher Christoph Bauer bei seinem Punktsieg relativ wenig Mühe hatte, stand der Kampf von Bentz gegen den Mainzer Sergej Gabert auf des Messers Schneide. Nach ausgeglichenem Rundenergebnis konnte Bentz in der dritten Runde einen Griffversuch seines Gegners kontern und so die entscheidenden Wertungspunkte zum knappen Punktsieg erzielen.

Im Viertelfinale bis 55 Kilogramm traf Michael Widmayer auf den 25 Jahre älteren Uwe Schullian vom AB Aichhalden, gegen den der Ehninger bei den württembergischen Meisterschaften noch unterlegen war und nun vor heimischer Kulisse den Spieß umdrehen wollte. Auch in diesem Kampf musste nach 1-1 Runden der dritte Durchgang die Entscheidung bringen. Der kräftezehrende Kampfstil, den der Ehninger seinem Gegner aufzwang, forderte beim Aichhaldener zunehmend seinen Tribut. Widmayer kam nach einem Hüftangriff zur Sieg bringenden Punktwertung und durfte sich für seine tolle Energieleistung vom mitgehenden Publikum feiern lassen. Wie bereits im Vorjahr, als Benjamin Raiser die Bronzemedaille gewann, traf der Ehninger im Viertelfinale auf Marc-Antonio von Tugginer aus dem Saarland. „Benjamin hat in diesem Kampf gezeigt, dass er mit seinen 23 Jahren schon über eine große Kampferfahrung verfügt", analysierte der Ehninger Coach Magnus Volkmer den abgeklärten Sieg nach zwei Runden gegen den jungen Saarländer. Das Highlight im Viertelfinale war aus Ehninger Sicht das vereinsinterne Duell zwischen Daniel Vollmer und Bastian Bentz. „Sicher war es schade, dass ausgerechnet wir beide aufeinander treffen mussten, auf der anderen Seite war damit klar, dass zumindest einer von uns als Halbfinalteilnehmer um die Medaillen mitkämpfen würde", so Bastian Bentz zur Gefühlslage vor dem Kampf. „Wir kennen die Stärken des anderen aus dem Training sehr genau", ging auch Daniel Vollmer mit gemischten Gedanken in den Kampf. Die Auseinandersetzung entwickelte sich zu einem spannenden und ausgeglichenen Duell, Runde eins ging im Bodenkampf kurz vor dem Schlussgong an Bentz, in Runde zwei schaffte Vollmer ebenfalls im Bodenkampf den Ausgleich. Im entscheidenden dritten Kampfabschnitt konnte Vollmer alle Griffversuche von Bentz abwehren und konnte sich somit knapp behaupten.

In ihren Halbfinalkämpfen konnte sich keiner der drei im Turnier verbliebenen Ehninger durchsetzen. Zunächst verlor Michael Widmayer gegen den Nürnberger Fabian Schmitt, an dem Widmayer bereits bei der Deutschen Meisterschaft der Junioren im Februar gescheitert war. „Michi hat aber gezeigt, dass er an diesen Gegner mittlerweile schon wieder ein Stück näher herangerückt ist", war Magnus Volkmer mit der Leistung seines Schützlings dennoch zufrieden. Im Limit bis 66 Kilogramm stand Benjamin Raiser Matthias Maasch vom SV Wacker Burghausen im Weg. Mit einem Ausheber und anschließendem Wurf verhinderte der Bayer den Finaleinzug Raisers bei der Heim-DM. Daniel Vollmer unterlag in zwei Runden dem Brandenburger Bastian Kurz. Vollmer hatte den Gegner lange Zeit gut unter Kontrolle und kam selbst zu einer kleinen Wertung, als Kurz Sekunden vor dem Rundenende nach einer umstrittenen Punktwertung der Sieg glückte. Diese Niederlage war für den TSV Ehningen doppelt bitter, denn beim Finaleinzug von Vollmer hätte auch Teamkollege Bastian Bentz über die Hoffnungsrunde noch gute Chancen auf die Bronzemedaille gehabt.
 
Drei Ehninger standen somit in den kleinen Finals am Sonntag. Zuerst durfte Daniel Vollmer seinen bisher größten Erfolg seiner sportlichen Laufbahn feiern, denn in zwei Runden gelang dem 23jährigen TSV-Neuzugang ein Punktsieg über den Südbadener Fabian Hofer. „Ein Riesenerfolg in dieser stark besetzten Gewichtsklasse", freute sich auch Abteilungsleiter Jürgen Paeth. Eine sehenswerte Wurfaktion aus der Kopfklammer brachte Vollmer auf die Siegerstraße in diesem Kampf. Im Bronzekampf bis 66 Kilogramm traf Benjamin Raiser auf Mark Wentzke aus Frankfurt (Oder). Nach gewonnener erster Runde sah es für Raiser zunächst nach einem optimalen Kampfverlauf aus, doch in der Folge überzeugte der Brandenburger durch starke Aktionen im Bodenkampf. Eine bittere Niederlage für den Ehninger, der nach Bronze im Vorjahr mit einem weiteren Podiumsplatz geliebäugelt hatte. Den letzten Kampf eines Ehningers bei dieser Meisterschaft bestritt Michael Widmayer im kleinen Finale gegen Kirk Reimer aus Sachsen. Die erste Runde entschied der Lokalmatador nach erfolgreicher Verteidigung im Bodenkampf. In der zweiten Runde geriet Widmayer in Rückstand und musste die eigene Schlagzahl erhöhen. Als der Ehninger kurz vor dem Ende noch einmal zu einem Griffversuch ansetzte, wusste sich Reimer nur noch mit in der griechisch-römischen Stilart verbotenen Beinarbeit zu verteidigen, für die Widmayer regelkonform zwei Punkte zugeschrieben bekam. Großer Jubel beim heimischen Publikum folgte, das den Erfolg des erst 17jährigen Ehningers mit großem Beifall honorierte.

„Das war ein großes Turnier, das seinen Platz in unserer Vereinsgeschichte bekommen wird. Wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir bei diesem Turnier zwei Medaillen gewinnen würden, dann hätte ich das vermutlich nicht geglaubt", freute sich Jürgen Paeth stellvertretend für die gesamte Ringerabteilung.

 
 
 
 
 
 
 
 

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